8. Sinfoniekonzert Montag

(0) Klassik in Karlsruhe
Opernhaus
Baumeisterstraße 11  76137 Karlsruhe
17. Juli 2017 (Montag) ab 20:00 Alle Angaben ohne Gewähr.

Informationen zur Veranstaltung

Alfred Schnittke Violinkonzert Nr. 4
Anton Bruckner Sinfonie Nr. 9 d-Moll

BADISCHE STAATSKAPELLE
Gidon Kremer Violine
Justin Brown Dirigent

Als Anton Bruckner am 11. Oktober 1896 in Wien starb, ließ er seine Neunte Sinfonie unvollendet zurück. Der Komponist wusste selbst, dass er sich mit dem Plan dieser Sinfonie etwas Unerhörtes vorgenommen hatte. Vielleicht ist es daher nicht verwunderlich, dass er die „Lösung“ durch ein Finale nicht mehr leisten konnte. Auch um die endgültige Fassung der Sätze musste Bruckner hart ringen. Und dennoch wirkt das Werk – wie Schuberts Unvollendete – seltsam geschlossen und vollendet.

Nach einem feierlichen und geheimnisvollen Hauptsatz und einem Scherzo von barbarischer Wucht folgt ein Adagio von überirdischer Schönheit und Ruhe. Und dabei stößt Bruckner weit in die musikalische Zukunft vor. Solche Klänge hörte man erst in den letzten Sinfonien Gustav Mahlers wieder, aber auch Jean Sibelius konnte hier anknüpfen. Nikolaus Harnoncourt sprach von einer „Antenne ins 20. Jahrhundert“.

Der deutsch-russische Komponist Alfred Schnittke hingegen wollte aus dem 20. Jahrhundert am liebsten wieder hinaus. Gegängelt von der sowjetischen Kulturbürokratie, gab er es auf, Widersprüche zu glätten, und ließ sie lieber unvermittelt aufeinander prallen. Schnittke sagte, dass er es liebe, bisweilen hinter den Vorhang zu schauen, beispielsweise in der „sichtbaren Kadenz“ im zweiten Satz des 4. Violinkonzerts: das Nachleben der Musik. Der weltberühmte Ausnahme-Geiger Gidon Kremer machte Schnittkes Konzerte im Westen schon in den 1980er-Jahren bekannt.

GIDON KREMER
Kremer wurde 1947 in Riga als Sohn deutschstämmiger Eltern geboren. Großvater und Vater wirkten als Geiger und Musikpädagogen, so erhielt Kremer bereits als Kind Musikunterricht. Ab 1954 besuchte er das Konservatorium in Riga und wurde bereits mit 16 mit dem Ersten Preis der lettischen Republik ausgezeichnet. 1965 wechselte er als Schüler von David Oistrach an das Moskauer Konservatorium. Es folgten Preise beim Concours Reine Elisabeth in Brüssel, er gewann den Paganini-Wettbewerb in Genua und den Tschaikowsky-Wettbewerb in Moskau.

1981 gründete Kremer das Kammermusikfest Lockenhaus, das seitdem jedes Jahr im Sommer stattfindet, seit 1992 unter dem Namen Kremerata Musica. 1997 gründete er das Streichorchester Kremerata Baltica mit jungen Musikern aus den baltischen Staaten. Im selben Jahr wurde er als Nachfolger von Yehudi Menuhin zum künstlerischen Leiter des Festivals in Gstaad ernannt. Seit 2002 ist er künstlerischer Leiter des Basler Festivals les muséiques und ist außerdem im künstlerischen Beirat der Kronberg Academy. Seit 2004 veranstaltet er Ende Juni/Anfang Juli mit der Kremerata Baltica ein Festival in der lettischen Stadt Sigulda.

Kremer konzertierte mit allen bedeutenden Orchestern und Dirigenten (Leonard Bernstein, Herbert von Karajan, Christoph Eschenbach, Nikolaus Harnoncourt, Lorin Maazel, Riccardo Muti, Zubin Mehta, James Levine, Valery Gergiev, Claudio Abbado, Sir Neville Marriner) und spielte über 100 CDs ein. Zu seinen Kammermusikpartnern gehören u. a. Martha Argerich, Mischa Maisky, Oleg Maisenberg, Kim Kashkashian, Isabelle van Keulen, Waleri Afanassjew und Tabea Zimmermann. Ganz besonders setzt er sich für Werke zeitgenössischer Komponisten ein.

Tickets & Termine

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17.07.2017 Montag ab 20:00 ab 16,56 EUR Tickets
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Opernhaus
Baumeisterstraße 11
76137 Karlsruhe

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