Großes Haus
Berliner Platz 1  74072 Heilbronn
16. Juli 2017 (Sonntag) ab 19:30 Alle Angaben ohne Gewähr.

Informationen zur Veranstaltung

Istanbul, Weltstadt am Bosporus. Hier treffen Orient und Okzident aufeinander. Mitten im Zentrum das legendäre Grandhotel Pera Palas, in dem Agatha Christie ihren »Mord im Orientexpress« schrieb. Das Haus atmet den Geist der »Belle Epoque«. Dieses Hotel ist Zentrum des gleichnamigen Stücks »Pera Palas«, das auf raffinierte Weise drei Geschichten aus verschiedenen Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts verknüpft.
Da ist die junge englische Autorin Evelyn Crawley, die 1918, als Istanbul noch Konstantinopel hieß und Hauptstadt des Osmanischen Reiches war, die majestätische Stadt besucht. Als erste westliche Frau wird sie in den Harem eines Paschas eingeladen. Als Feministin kann sie kaum nachvollziehen, wie die Frauen es in diesem »goldenen Käfig« aushalten. Ebenso wenig können die Frauen im Harem verstehen, dass Evelyn ihre Unabhängigkeit schätzt. Doch die Zeiten sind unruhig. Das Ende des ersten Weltkrieges markiert auch den Untergang des Osmanischen Reiches. Unter Mustafa Kemal, heute bekannt als Atatürk, werden die türkische Republik gegründet, das Sultanat abgeschafft, der Laizismus (Trennung von Religion und Staat) eingeführt, das Tragen von Schleiern verboten und Männer und Frauen für gleichberechtigt erklärt. Eine Zeit des demokratischen Fortschritts in der Türkei. Aber können staatliche Reformen auch das Denken der Menschen verändern?

Der zweite Zeitstrang spielt 1952/1953. Die junge Amerikanerin Kathy ist in den Türken Orhan verliebt. Ihre Schwester Anne ist skeptisch. Kann das gut gehen? Die Zeiten haben sich geändert. In den Zeitungen sind Frauen mittlerweile im Badeanzug abgebildet, und sie arbeiten ganz selbstverständlich. Trotzdem halten die Menschen an der Tradition fest. Orhans Mutter ist strikt gegen die Verbindung ihres Sohnes mit einer Ungläubigen. Auch Kathy hat ihre Zweifel. Kann Liebe stärker sein als alle kulturellen Unterschiede?

1994. Murat hat neun Jahre lang in Amerika gelebt. Jetzt ist er wieder in seiner Heimatstadt, zusammen mit seinem Lebensgefährten Brian. Eigentlich möchte er seinen Eltern endlich sagen, dass er schwul ist, aber er traut es sich einfach nicht. Sein Heimatland ist unterdessen wieder fest in der Hand einer islamischen Elite.


Das dramaturgisch brillant gearbeitete Werk behandelt ein Jahrhundert türkischer und europäischer Geschichte von den liberalen Reformen Atatürks bis zum Erstarken des religiösen Fundamentalismus unserer Tage. Es ist voller Geheimnis, Pathos, Tragödie und Humor.

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