TEMPODROM
Möckernstraße 10  10963 Berlin
22. Oktober 2016 (Samstag) ab 20:00 Alle Angaben ohne Gewähr.

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Im Verlauf ihrer knapp eineinhalb Dekaden währenden Karriere haben die beiden facettenreichen Rockminimalisten von The Kills vier Alben veröffentlicht: rastlose, rücksichtlose und rätselhafte Statements ihrer Kunst, geprägt von innerer Spannung und Unruhe, von Sex, ungezwungener Coolness und nicht immer ernst zu nehmendem Ennui. Doch kein Album klang im Entferntesten wie das vorherige. „Da wir bemüht sind, uns nie zu wiederholen, sind wir auch nie den Weg des geringsten Widerstands gegangen. Veränderung ist unbequem und Kunst sollte ebenfalls unbequem sein“, erklärt Alison Mosshart. Sie sitzt an einem langen Holztisch in dem von ihr gemieteten Haus oberhalb des Griffith Parks von Los Angeles, in dem sie seit einem Monat Tür an Tür mit ihrem musikalischen Partner Jamie Hince lebt.

Genau dort haben die durch eine besondere Seelenverwandtschaft verbundenen Freunde nun ihr lang erwartetes, fünftes Album vollendet: Ash & Ice, das am 3. Juni (Domino) erscheint. Im Gegensatz zu früheren Alben, die zum großen Teil im Key Club Studio in Benton Harbor, Michigan geschrieben und aufgenommen wurden, entstand das neue Werk unter ebenso weitläufigen wie langwierigen Bedingungen in dem erwähnten Haus in Los Angeles (wo mobiles Equipment von Jamie und aus dem Key Club Studio eingesetzt wurde) und in den weltberühmten Electric Lady Studios in New York.

Der Startschuss fiel zwar schon vor drei Jahren, doch als sich Hince einen Finger brach, wurde das Projekt erst einmal auf Eis gelegt. Der erste Arzt behandelte ihn mit einer Kortison-Spritze, die eine schmerzhafte Reaktion hervorrief und dem Gitarristen schlaflose Nächte, unverhältnismäßige Qualen und den Verlust einer Sehne seiner Hand bescherte. „Er konnte keine Gitarre mehr spielen“, erzählt Mosshart. „Er fing dann an, sich all diese lustigen Instrumente zu kaufen, die man nur mit einer Hand bedienen kann.“ Aber die Vorstellung, dass er nie mehr Gitarre spielen könne, war so unerträglich, dass Hince noch einen anderen Arzt aufsuchte. Fünf Operationen später und nach einer Auszeit bis zur vollkommenen Genesung war Hince wieder bereit zu arbeiten, allerdings erst, nachdem er gelernt hatte, auch ohne den betroffenen Finger Gitarre zu spielen. In den 18 Monaten der Rekonvaleszenz begann er auch mit den ersten Entwürfen für Songs, die auf das neue Album kommen sollten, darunter jener Song, der dem Album seinen Titel gibt.

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