The Word / Promethean Fire / N.N.

(0) Tanz in Bonn
Opernhaus Bonn
Am Boeselagerhof 1  53111 Bonn
28. Mai 2017 (Sonntag) ab 18:00 Alle Angaben ohne Gewähr.

Informationen zur Veranstaltung

Am 30. Mai 1954, einem Sonntagabend um 20.40 Uhr, erhob sich im Henry Street Settlement der Vorhang für eine Weltpremiere. Das Werk „Jack and the Beanstalk“ war ein Kreation des 23 jährigen Paul Taylor, der auch einer der sechs Tänzer war. Diese Vorstellung markierte den Beginn einer Karriere, einer Compagnie und eines choreografischen Stils. Paul Taylor wurde zu einer Kulturikone und einem der meist gefeierten Künstler der Geschichte. Seine beiden Compagnien haben die Welt bereits mehrfach bereist und bringen sein stetig wachsendes Repertoire in die Theater und auf die Bühnen. Seine Arbeiten, manchmal experimentell, avantgardistisch oder sogar „peinlich“ werden schnell zum goldenen Standard des zeitgenössischen Tanzes. Ihm ist jede renommierte Auszeichnung, die in den USA einem Künstler verliehen werden kann, überreicht worden.


In seinem 140 Choreografien umfassenden Schaffen setzt sich Paul Taylor mit einer großen Bandbreite von Themen auseinander, in deren Zentrum stets die Fragen des Menschseins zwischen Leben und Tod, Natur und Zivilisation, Liebe und Sexualität stehen.


Zu Beginn der Saison 2015/16 erfolgte die Umbenennung in PAUL TAYLOR´S AMERICAN MODERN DANCE. Damit wird anderen Choreografen die Möglichkeit gegeben, mit der Compagnie zu arbeiten und Werke zu kreieren, die einen Bezug zu Taylors Arbeiten haben. Zur Zeit wurden hierfür Doug Elkins und Larry Keigwin ausgewählt.


Paul Taylor selbst wurde „Genie“ genannt, „eine Legende“, eine „Kulturikone“. Das Time Magazin hält ihn für den regierenden Meister des Modern Dance und New York Daily bezeichnete ihn als besten Choreografen der Welt. Horst Koegler zählte den Künstler „nicht nur zu den fruchtbarsten, fantasievollsten und musikalischsten, sondern auch zu den humorvollsten Choreografen seiner Generation“. Doch Taylor sieht sich selbst vor allem als Reporter, dessen Job es ist, zu beobachten und seine Eindrücke aufzuzeichnen.


Ob er alltägliche Beobachtungen mit atemberaubender Schönheit untersucht oder uns erinnert, dass wir nicht so weit von unseren prähistorischen Vorfahren entfernt sind, Paul Taylor fesselt mit erstaunlichem Ideenreichtum, mit Schärfe und Witz. Nach 60 Jahren ist er produktiv, wie immer und hat vor kurzem seine 140. Arbeit beendet.


Der 1930 geborene Paul Taylor erhielt seine Ausbildung bei Antony Tudor, Martha Graham, Doris Humphrey und José Limón. Er arbeitete bei Merce Cunningham und zählte in Martha Grahams Dance Compagnie zu den charismatischsten Solisten. George Balanchine schuf für ihn in seinem Ballett „Episodes“ die legendäre Taylor-Variation. 1954 kreierte er seine erste Choreografie, 1955 gründete er dann sein eigens Ensemble, das er bis heute leitet und auf Tourneen um die ganze Welt zu erleben ist.


Das neue Testament spricht davon, Gott mit Verehrung und frommer Angst zu dienen. „Für uns ist Gott ein verzehrendes Feuer“. - In WORD haben sich Studenten einer religiösen Vorbereitungsschule diese Wörter zu Herzen genommen. Gekleidet in identische Uniformen, die ihren Mangel an Individualität betonen, passen sie sich blind einem starren System des Glaubens an. Ihre reglementierte Hingabe wird von einer rätselhaften, unehrerbietigen Figur – einem Dämon – herausgefordert, mit Absicht Verwüstungen anzurichten. Die Bittsteller werden durch dessen Anwesenheit gequält. Rasend vor Leidenschaft marschieren die frommen Jugendlichen im Gleichschritt, für immer vom Dämon verfolgt.


THE WEIGHT OF SMOKE ist eine Arbeit aus dem Jahre 2016 und eine der beiden Arbeiten, die nicht vom Gründer kreiert wurden. Der ehemalige Hiphopper Doug Elkins ist seinem Streetstyle treu geblieben. Benannt wurde das Werk nach dem 1995 entstandenen Film von Paul Auster „Smoke“. Smoke ist hier als eine Metapher für das Gewicht der angesammelten Erfahrungen beschrieben.


PROMETHEAN FIRE ist weder überzogen, noch satirisch. Es ist eine seriöse, beunruhigende, aber befriedigende Choreografie, ein spitzes Drama, das den Symbolismus von katalytischem Unglück und Wiedergeburt auf die Bühne bringt. Dieses Werk entstand nach dem 11. September 2001 und wird von der Compagnie mit Dynamik und bemerkenswerter Strenge getanzt. Die Choreografie interpretiert den Einsturz gotischer oder architektonischer Formen und Gebilde zu einem Menschenhaufen, vielleicht dem Ground Zero, vielleicht der Hölle.

Tickets & Termine

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28.05.2017 Sonntag ab 18:00 ab 30,60 EUR Tickets
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Opernhaus Bonn
Am Boeselagerhof 1
53111 Bonn

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